Blog-Namenstag

Nicht zu glauben, wie die Zeit seit dem letzten Eintrag verflogen ist! Aber den Bacchantina-Namenstag muß ich anläßlich der Bacchanalien natürlich gebührend feiern. Dieses Mal mit einem Wein, reinsortig gekeltert aus Bacchus, sozusagen einer Namensvettern-Rebsorte.

Bacchus wurde 1933 von Peter Morio und Prof. Bernhard Husfeld gezüchtet. Die „Eltern“ sind eine Kreuzung aus Silvaner mit Riesling und Müller-Thurgau. Seit 1972 ist Bacchus in Deutschland als Rebsorte zugelassen. Die Sorte boomte in den 1980ern, als fruchtig-süffige Weine mit Restsüße in Mode waren. Seit den 1990er Jahren jedoch ist die Rebfläche kontinuierlich rückläufig. Am häufigsten findet man ihn in Rheinhessen, Franken und der Pfalz. Die Sorte reift früh und bringt relativ hohe Erträge. Trotz der frühen Reife werden gute Mostgewichte erreicht, weshalb man häufig Bacchus-Weine mit Prädikat findet, so wie diesen:  IMAG0231_1(1)

2007 Bacchus Trockenbeerenauslese, Weingut Peth-Wetz, Rheinhessen

„Trockenbeerenauslese“ oder kurz TBA ist eines der Prädikate für Qualitätsweine in Deutschland und Österreich. Trockenbeerenauslesen werden aus eingetrockneten und edelfaulen Trauben bereitet. Als Edelfäule bezeichnet man einen Pilz (Botrytis cinerea), der die Trauben befällt, wenn sie bereits reif sind. Der Pilz durchlöchert die Beerenhaut, so dass Wasser verdunsten kann. Zurück bleiben eingeschrumpelte Trauben, in denen sich Zucker, Säure und Aroma konzentriert haben. Hieraus resultiert der hohe Zuckergehalt in diesen sogenannten edelsüßen Weinen.

Flüssiges Gold glänzt im Glas. In der Nase ist er intensiv und schwer, fruchtig und würzig, etwas traubig, nach reifem Pfirsich mit leicht floralen Noten und einer Prise Muskatnuss. Schmeckt süß und fruchtig, mit milder Säure und vollem Körper. Einfach nur lecker… Da seine Süße allein ziemlich schnell „satt“ macht, teste ich dazu einige Häppchen:

Putenbrust mit Curry-Reis: Was, dazu ’nen Süßwein!? -Wieso nicht? Ein Experiment lohnt sich allemal. Die Pute ist leicht asiatisch mariniert, und den Gemüse-Reis habe ich mit Curry und etwas Chili gewürzt. Meine Idee dabei: Die fruchtig-würzige Aromatik des Bacchus und die des Essens dürften sich geschmacklich gut ergänzen, und die milde Säure und die Süße im Wein mit der Schärfe spielen. Das Ergebnis: Gar nicht so schlecht! Aromatik, Mundgefühl und Säure / Schärfe harmonieren perfekt. Allerdings ist der Wein tatsächlich etwas zu süß, zwischenzeitlich überdeckt er geschmacklich alles andere.

Parmesan-Rosmarin-Cracker: Zu Süßem passt Salziges eigentlich immer. Außerdem bieten die Cracker einen knusprigen Kontrast zum vollen Körper des Weines. Ich fand den Rosmaringeschmack der Cracker etwas zu intensiv, aber die Frucht im Wein milderte ihn ab, ohne ihn komplett zu verdecken. Top!

Lemon Cheesecake: Trockenbeerenauslesen sind auf Grund ihrer Süße ideale Dessertweine. Diese Kombination lockert die barocke Süße des Weines etwas auf. Der Wein verbindet sich hervorragend mit der Cremigkeit des Kuchens. Traumhaft!

 

1 Kommentar zu „Blog-Namenstag“

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